Chronik

Kriegsende Einige wenige Männer gründeten bedingt durch ihre gemeinsame Leidenschaft, unmittelbar nach Kriegsende einen Schwimmverein in Schnaittach.
1946 Aus diesem Verein entstand 1946 die Wasserwachtortsgruppe Schnaittach.
60 er Jahre Bis Mitte der 60er Jahre sind leider keine Aufzeichnungen mehr vorhanden. In der Zeit danach wurde von Mitgliedern der Wasserwacht, über die normalen Rettungsschwimmausbildungen hinaus zusätzliche Tauchausbildungen absolviert. Weiterhin wurden gemeinsame Veranstaltungen wie z.B. Pfingstausflüge und später Zeltlager und Rettungsvorführungen im Freibad Schnaittach durchgeführt. Auch wurde in dieser Zeit der erste Wachraum, ein alter Hühnerstall, im Freibad bezogen.
70 er Jahre Der Posten im Freibad wurde dann in den 70er Jahren durch einen Wachraum in zentraler Position ersetzt. 1970 wurde der personelle Grundstein für die damalige Stärke der Wasserwacht durch die Entstehung einer großen Jugendgruppe gelegt. Diese Jugendgruppe bestach durch ihre große Kameradschaft und die Motivation eines jeden Einzelnen sich fort- und weiterzubilden. Taucher, Motorbootführer, Leinenführer, Ausbilder Anfänger und Ausbilder Rettungsschwimmer wurden ausgebildet. Es entstand die erste Schnelleinsatzgruppe der Wasserwacht im Landkreis Nürnberger Land. Eine Schnelleinsatzgruppe brauchte natürlich ein Fahrzeug und dies wurde den Wasserwachtlern auch gestellt. Es war ein alter, ausgemusteter Ford Transit von der Bergwacht. 1976 wurde vom Rettungsdienst Bayern die Möglichkeit angeboten durch Gründung eines Kuratoriums Mittel zu beschaffen, welche mit 30% vom Rettungsdienst bezuschusst werden. Die Kreiswasserwacht verzichtete auf diese Möglichkeit, so dass von der Ortsgruppe Schnaittach ein Kuratorium gegründet wurde. Die herausragende Veranstaltung hierfür war ein sehr gut besuchter „Tag der Wasserwacht“ mit Ausstellung und Rettungs-Vorführungen im Freibad, der in den Folgejahren wiederholt wurde. Zudem wurde von der Ortsgruppe auch ein Wasserballturnier mit den örtlichen Vereinen ausgerichtet. Damit und auch mit weiteren Aktionen, wie z.B. der Erlös von selbst organisierten Flohmärkten wurde die finanzielle Basis für die im Aufwind befindliche Schnaittacher Wasserwacht geschaffen. In den folgenden Jahren wurde die Ausrüstung der Ortsgruppe entscheidend verbessert und in Eigenregie neue Räume und ein Stellplatz für das Fahrzeug im Kolonnenhaus in der Grabenstraße ausgebaut.
80 er Jahre Nachdem die Schnaittacher Wasserwacht nun im Freibad mit Schwimmaufsicht voll etabliert war, wurde der Wachraum durch die Gemeinde durch einen Erste-Hilfe-Raum in gleicher Größe mit Strom- und Wasseranschluss ergänzt. Damit hatte die Wasserwacht eine optimale Position und gute Bedingungen. Jahrelang bis zum Umbau des Freibades 2010 wurde sogar von Aktiven der Wasserwacht der Bademeister an den Samstagen eigenverantwortlich übernommen. 1980 konnte ein vom Rettungsdienst finanziertes Fahrzeug – VW-Bus (Bully) zugelassen werden. Dies war nur möglich, weil eine Schnelleinsatzgruppe vorhanden war. 1981 wurde der Schwimmkurs gegründet. Mit dem Fahrzeug konnten nun die Schwimmkurse sowie die wöchentlichen Trainingsstunden in den Laufer Hallenbädern mit einem eigenen Fahrzeug angefahren werden. 1981 wurde das erste BRK Marktfest mit sehr viel Aufwand durch die drei Gliederungen – Bereitschaft, Wasserwacht, Jugendrotkreuz in Schnaittach organisiert und durchgeführt. Nachdem es über Jahre ein fester Bestandteil im Gemeindekalender war und auch für die Wasserwacht eine gute Veranstaltung der Mittelbeschaffung war, wurde es 20 Jahre durchgeführt. Da man den riesen Personalaufwand nicht mehr stemmen und zuletzt keine Gewinne mehr erwirtschaften konnte, wurde dieses Fest ersatzlos gestrichen. Ein fester Bestandteil bis in die 90 er Jahre im Jahresplan der Wasserwacht war das Mitwirken bei der Mittelbeschaffung, d.h. es wurden die BRK-Haussammlungen im Frühjahr und Herbst durchgeführt und bei den Kirchweihen im Umkreis die Losbudendienste geleistet
90 er Jahre Im September 1996 wurde der 50. Geburtstag der Ortsgruppe Schnaittach gebührend im Badsaal mit der Casablanca Showband gefeiert und im Oktober zusammen mit der Wasserwachtortsgruppe Altdorf ein Festabend durchgeführt. 1996 wurde der VW durch einen Mercedes – Sprinter – ersetzt.
2000 er Jahre Im Februar 2000 wurde das BRK – Kolonnenhaus verkauft. Die Bemühungen der Wasserwacht, das neue Heim des BRK neben der Feuerwehr zu bauen, wurde von den Verantwortlichen nicht aufgenommen, so dass schließlich das Schaffer-Anwesen in der Erlanger Str. 33 angemietet wurde. Nachdem dort für das WW-Fahrzeug keine Garage vorhanden und die Zukunft des endgültigen Standorts für das BRK unklar war, hat die WW Leitung den Neubau einer eigenen Garage im Freibad ins Auge gefasst. Die Gemeinde stellte das notwendige Grundstück auf Erbpacht zur Verfügung. Der Bau wurde im Frühjahr 2001 begonnen, Richtfest konnte im Oktober 2002 gefeiert werden. Der Neubau hat den Aktiven sehr viel persönlichen Aufwand abverlangt und so stagnierte die endgültige Fertigstellung, sobald das Fahrzeug im Trockenen stand.
Die Aktiven und auch teilweise die Jugendlichen haben in den Jahren 1985 bis ca. 2005 regelmäßig an den Winterschwimmen in Neuburg / Donau, Würzburg, Stockstadt, Rain am Lech, Regensburg und zur Krönung in der Salzach 14 km von Hallein bis Salzburg teilgenommen. Die Ortsgruppe war da teilweise mit bis zu 15 Teilnehmern vertreten. Das Schwimmen in Salzburg wurde mehrmals zu einem Wochenendausflug für die ganze Mannschaft genutzt. Damit waren auch genügend Schlachtenbummler mit an Bord eines 50er Busses, den ein Mitglied steuerte. Seit 2005 hilft die Ortsgruppe auch wieder tatkräftig bei der Vorbereitung, Durchführung und Ausrichtung der traditionellen Sonnwendfeier am Rothenberg mit. Verantwortlicher Veranstalter ist der BRK Förderverein. Diese Veranstaltung des Fördervereins und sowie ein Stand am Herbstmarkt wäre ohne den Einsatz der aktiven Erwachsenen und aktiven Jugend der Wasserwacht nicht möglich.
2010 er Jahre Der Umbau des heutigen Freibads für eine große Renovierung wurde im Jahre 2009 begonnen und lief 2010 termin- und kostenmäßig kräftig aus dem Ruder. Über die Neueröffnung im Sommer 2011 konnte man sich nur 4 Wochen freuen, denn danach musste das Freibad wegen gravierender Mängel erneut geschlossen werden. Desweiteren wurde augenscheinlich ein ursprünglich separat geplanter WW-Raum nicht realisiert, sondern mit dem Wachraum des Betriebspersonals zusammengelegt. Die Zusammenarbeit mit den Badangestellten erwies sich zeitweise als sehr schwierig, so dass ein Wachdienst im Freibad des öfteren zu Unmut unter den WW-Mitgliedern führte. Zwischenzeitlich hat man sich aber sehr gut mit der neuen Betriebsmannschaft arrangiert, so dass die Mitglieder wieder mit Spaß und Freude die Schwimmaufsicht an den Wochenenden übernehmen.
Die Schließung des Freibads hat die Wasserwacht Schnaittach in diesen Jahren schwer getroffen. Aufgrund der relativ langen Zeit ohne Freibad konnten keine neuen Mitglieder gewonnen werden. Die alte Jugendgruppe zerbrach völlig, so dass von einer Gruppe von 17 Jugendlichen in 2008 nur noch ein Jugendlicher übrig blieb.
Mit dem Aufbau einer neuen Jugendgruppe wurde 2012 begonnen. Dank eines sehr engagierten Jugendleiters umfasst die Gruppe von anfänglich 7 Kindern bis heute circa 35 Kinder und Jugendliche. Neben der Schwimmausbildung mit dem Fokus auf Rettungsschwimmen stehen regelmäßige Aktionen wie Zeltlager, JOGGS (gemeinsame Veranstaltung der Kreisjugendwasserwacht) oder RAMMA DAMMA jährlich auf dem Programm. Die Kinder und Jugendlichen waren und sind bis heute mit Eifer und Freude dabei. Aufgrund der großen Nachfrage und der sich gebotenen Möglichkeit, eine weitere Schwimmbahn im Hallenbad Lauf zu bekommen, konnte eine zweite Gruppe gegründet werden. Zwischenzeitlich haben bereits circa 20 Kinder und Jugendliche das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Bronze oder Silber erworben, so dass diese aktiv den Wachdienst im Freibad unterstützen können. Zusätzlich haben einige bereits die Ausbildung zum Schwimmhelfer absolviert, so dass diese bei dem Training der Kindergruppe und auch bei der Durchführung des Schwimmkurses unterstützen können.
Darüber hinaus haben auch die erwachsenen Aktiven seit 2012 sehr viel Freizeit in ihre Aus- und Weiterbildung investiert. Regelmäßig werden in festen Trainingszeiten die Schwimmfertigkeiten trainiert und verbessert. Daneben wurden Sanitätsausbildungen, Ausbildungen zum Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst, zum Wasserretter und zum Bootsführer absolviert. Die Ortsgruppe ist auch stolz, dass mit zwei Lehrberechtigungen für Schwimmen, mit drei Lehrberechtigungen für Rettungsschwimmen, mit einer Lehrberechtigung für Naturschutz, mit einer Lehrberechtigung für Erste Hilfe und Erste Hilfe am Kind und in Kürze mit einer Lehrberechtigung für Motoboote die Ausbildung in der Ortsgruppe und übergeordnet qualitativ hochwertig stattfinden kann. Die Wiedereinführung einer Schnelleinsatzgruppe in den nächsten Jahren ist geplant.
Fest etabliert hat sich seit 1981 der jährlich mit zwei Kursen angebotene Anfängerschwimmkurs für Kinder. Durch Mundpropaganda ist der Kurs weit über die Ortsgrenze hinaus bekannt und meist schon ein Jahr im Voraus ausgebucht. Einem engagierten Mitglied ist es zu verdanken, dass der Kurs trotz schwindender aktiver Unterstützer aufrechterhalten werden konnte. Aufgrund der neu absolvierten Lehrscheinberechtigungen in 2016 und 2019 sowie dank der Unterstützung aktiver Jugendlicher kann der Kurs weiterhin stattfinden.
Der Neubau eines BRK – Hauses mit Rettungswache wurde 2011 nun doch neben dem Feuerwehrhaus begonnen und mit einer Einweihungsfeier am 18.10.2014 und einem Tag der offenen Tür am 17.05.2015 an den Rettungsdienst und an die Gliederungen übergeben. Die WW hat dort einen eigenen Raum, der als Büro genutzt wird. Regelmäßige Monatsversammlungen und Aus- und Weiterbildungen können jetzt in den größeren gemeinsam nutzbaren Räumlichkeiten bequem abgehalten bzw. durchgeführt werden.
Regelmäßige Präsenz zeigt die Wasserwacht Ortsgruppe beim jährlichen Neujahrsempfang der Gemeinde und seit 2016 auch mit eigenem Stand auf dem Autofrühling. Die Durchführung des Freibadfest unter der Schirmherrschaft des Bad Fördervereins wurde in 2017 erstmalig zusammen mit der Wasserwacht unter dem Motto „Freibadfest und Tag des Schwimmabzeichens durchgeführt. An diesem Tag wurden Spiele, Aquagymnastik und ein Kuchen- und Getränkeverkauf durch den Badförderverein durchgeführt. Die Ortsgruppe unterstützte bei der Durchführung der Spiele und animierte die Badegäste zur Ablegung von Schwimmabzeichen. Der krönende Abschluss war das Nachtschwimmen bis 23 Uhr mit von der Ortsgruppe installierten Unterwasserbeleuchtung. Aufgrund der hervorragenden Resonanz wird dieses Fest nun jährlich in Gemeinschaft von Badförderverein und Wasserwacht Schnaittach durchgeführt. In 2018 zeigten auch schon jugendliche Wasserwachtler bei Live-Kommentierung durch den Bürgermeister ihr Können im Rettungsschwimmen und anschließender Erste Hilfe Maßnahme.
Besonders stolz war die Ortsgruppe, als sie in 2017 zum Tag des Ehrenamtes von der SPD für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde. Es wird heutzutage immer schwerer, Jugendliche und Erwachsene für ein Ehrenamt zu gewinnen. Deshalb ist es schön, wenn ehrenamtliche Tätigkeiten als nicht selbstverständlich angesehen, sondern auch öffentlich honoriert werden.
Ein weiterer Höhepunkt in 2017 war die Anschaffung des neuen Mannschaftswagens. Mit zahlreichen Spenden von verschiedenen Firmen, dem BRK Förderverein, Privatpersonen und eigenen Mitteln der Ortsgruppe konnte ein nagelneuer VW Bus erworben werden, der feierlich im Juli mit Landrat, Kreiswasserwachtvorsitzenden, Geschäftsführer des BRK Kreisverbandes Nürnberger Land, Bürgermeister und weiteren Persönlichkeiten sowie mit kirchlichem Segen feierlich eingeweiht werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt wurde dann die Garage noch endgültig fertiggestellt. Türen wurden gesetzt, Wände gestrichen, entrümpelt, Regale angeschafft und geputzt. Die Garage dient nun nicht nur als Parkplatz für den Bus, sondern auch als Lagerraum für Schwimmausrüstung und Schwimmkleidung.
2018 konnte endlich der lang ersehnte Wunsch des Jugendleiters realisiert werden. Unter seiner Organisation reisten 14 Kinder und Jugendliche zusammen mit 7 Erwachsenen nach Solverino, um die Ursprünge des Roten Kreuzes auf den Spuren von Henry Dunant kennenzulernen. Es war eine tolle, erlebnisreiche, beeindruckende und perfekt organisierte Exkursion.
Eine ganz andere und finanziell sehr erfolgreiche Aktion rundete das Jahr 2018 ab. Die Raiffeisenbank Lauf unterstützt unter anderem Vereine mit Geld- und Sachspenden bei deren Jugendarbeit und rief zur Aktion „Gib mir Dein Like“ auf. Die Ortsgruppe bewarb sich mit einem selbstgedrehten Video über die Jugendgruppe bei der Bank und konnte hierfür tatsächlich die geforderten 500 Likes in Facebook gewinnen. Eine Geldspende in Höhe von 1.000 € konnte nun für die Anschaffung von Hoodies für die Jugendlichen verwendet werden.
Die „Durststrecke“ Anfang der 2010 er Jahre scheint nun vorbei zu sein. Es geht stetig aufwärts dank dem ehrenamtlichen Engagement der aktiven Mitglieder. Ziel ist es nun für die nächsten Jahre die Ortsgruppe in ihrer Mannschaftsstärke weiterhin auszubauen und insbesondere die Jugend so zu fördern und auszubilden, dass sie dann als aktive Mitglieder die Aufgaben der Wasserwacht weiterführen können.
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