MTW-Wasserrettung
| Funkrufname | Wasserwacht Weißenbrunn 146-94-1 |
| Besatzung | 0/1/7//8 |
| Modell | Mercedes-Benz Sprinter 208 CDI (2005) |
| Gewicht | 2,8 t |
| Leistung | 60 kW / 82 PS |
Aufgabe des Fahrzeugs
Unser Mannschaftstransportwagen Wasserrettung ist das zentrale Einsatz- und Zugfahrzeug der Schnelleinsatzgruppe Weißenbrunn. Er bietet Platz für eine Führungskraft und sieben weitere Einsatzkräfte und dient dem schnellen Transport von Mannschaft und unmittelbar benötigter Ausrüstung zur Einsatzstelle.
Bei Bedarf wird der MTW als Zugfahrzeug für unseren Wasserrettungsanhänger eingesetzt. Dadurch können zusätzliche Rettungs- und Einsatzmittel lagegerecht mitgeführt werden.
Während des Wachdienstes im Naturbad Weißenbrunn übernimmt das Fahrzeug zudem eine weitere wichtige Aufgabe: Bei First-Responder-Einsätzen im näheren Umfeld dient es als Erstversorgungsfahrzeug und ermöglicht es unseren Einsatzkräften, direkt aus dem Wachdienst heraus auszurücken.
Beladung und Ausstattung
Im Mannschaftstransportwagen wird ein umfangreicher Teil der unmittelbar benötigten Einsatz- und Rettungsmittel mitgeführt. Dadurch kann die Besatzung bereits mit dem Fahrzeug allein eine Vielzahl von Einsatzlagen abarbeiten und erste Maßnahmen bis zum Eintreffen weiterer Kräfte einleiten.
Für Einsätze am und im Wasser stehen unter anderem ein Eisretter ERS 1, ein Spineboard sowie verschiedene Wurfretter, Rettungsleinen und Sicherungsmittel zur Verfügung. Zusätzlich wird die vollständige persönliche Schutzausrüstung für sechs Wasserretter mitgeführt. Dazu gehören Neoprenanzüge, Rettungswesten, Wasserrettungshelme, Neoprenschuhe und Handschuhe. Ergänzt wird die Ausstattung durch ABC-Ausrüstung mit Taucherbrillen, Flossen, Schnorcheln und Gewichten.
Für Kommunikation und Einsatzführung befinden sich drei Digitalfunkgeräte sowie zwei 2-m-Funkgeräte im Fahrzeug. Gewässerkarten, Einsatzprotokolle, Kennzeichnungswesten und weitere Führungsmittel unterstützen die Einsatzleitung und Dokumentation vor Ort.
Auch die medizinische Erstversorgung ist direkt aus dem Fahrzeug möglich. Hierfür stehen ein Notfallrucksack sowie ein automatisierter externer Defibrillator (AED) zur Verfügung.
Zur Absicherung und Ausleuchtung von Einsatzstellen führt der MTW entsprechendes Absicherungs- und Beleuchtungsmaterial mit. Ein 6-kg-Feuerlöscher ergänzt die Sicherheitsausstattung.
Für kleinere technische Arbeiten und zur Unterstützung bei besonderen Einsatzlagen befinden sich außerdem Brechwerkzeug und diverses Kleinwerkzeug an Bord.
Die darüber hinausgehende technische Wasserrettungsausrüstung wird abhängig von der jeweiligen Einsatzlage durch unseren Wasserrettungsanhänger ergänzt.
Unser MTW – in Eigenleistung weiterentwickelt
Unser Einsatzfahrzeug wurde im Jahr 2005 gebaut und wird seit 2025 umfassend modernisiert und an die heutigen Anforderungen unserer Schnelleinsatzgruppe angepasst. Die Arbeiten sind noch nicht vollständig abgeschlossen und werden Schritt für Schritt fortgeführt.
Ein großer Teil des Um- und Ausbaus erfolgt dabei vollständig in Eigenleistung durch Mitglieder unserer Ortsgruppe – unterstützt von Freunden und Helfern aus dem persönlichen Umfeld. Inzwischen sind bereits mehr als 100 ehrenamtliche Arbeitsstunden in die technische und optische Weiterentwicklung des Fahrzeugs geflossen.
Neues Erscheinungsbild
Im Rahmen der Modernisierung wurde das Fahrzeug vollständig neu foliert. Erneuert wurden die roten Seitenstreifen, die Fahrzeugbeschriftung sowie die Warnmarkierungen. Zusätzlich wurden die hinteren Scheiben von außen verdunkelt. Eine ergänzende Konturmarkierung ist bereits vorgesehen und soll das Fahrzeug künftig insbesondere bei Dunkelheit noch besser sichtbar machen.
Auch hierbei wurden die Arbeiten weitgehend durch unsere Mitglieder selbst durchgeführt.
Moderne Einsatzkommunikation mit LARDIS
Mit dem Einbau eines LARDIS ONE wurde auch der Führerplatz technisch aufgewertet. Über das System können unter anderem der Digitalfunk bedient, Einsatzdaten angezeigt und die Navigation zur Einsatzstelle durchgeführt werden.
Damit stehen der Fahrzeugbesatzung wichtige Informationen unmittelbar nach der Alarmierung übersichtlich an einem zentralen Bediengerät zur Verfügung.
Neue Elektrik und Fahrzeugsteuerung
Im Zuge des Umbaus wurde die elektrische Anlage umfangreich überarbeitet. Dazu gehören eine neue Stromverteilung, eine angepasste Innenbeleuchtung sowie ein elektrischer Heizlüfter für den Mannschaftsraum.
Auch die Bedienung verschiedener Fahrzeugfunktionen wurde neu aufgebaut. Über eine zentrale Schalteinheit können unter anderem
- die Sondersignalanlage,
- die Umfeldbeleuchtung,
- die Innenbeleuchtung und
- die Heckwarnanlage
gesteuert werden.
Im Innenraum wurden außerdem neue Halterungen für die Funkgeräte sowie ein neues Boxensystem eingebaut.
Neue Sondersignalanlage
Auch die Sondersignalanlage wurde grundlegend modernisiert. Der bisherige Sigtech-LZP-Halogenbalken wurde durch zwei Sigtech-LZP-LED-Balken ersetzt.
Die neue Anlage verfügt zusätzlich über eine Heckwarnfunktion und Umfeldbeleuchtung. Ergänzt wird sie durch ein EuroSmart-Folgetonhorn mit Außenlautsprecher sowie eine Martin-Pressluftanlage.
Damit wurde sowohl die Wahrnehmbarkeit des Fahrzeugs im Straßenverkehr als auch die Absicherung an Einsatzstellen deutlich verbessert.
Ehrenamt, Technik und viele Arbeitsstunden
Der Ausbau zeigt, dass Einsatzbereitschaft nicht erst mit einer Alarmierung beginnt. Damit ein Fahrzeug zuverlässig genutzt werden kann, sind regelmäßig Wartung, Reparaturen und technische Anpassungen erforderlich.
Von der Demontage und Verkabelung über die Anfertigung neuer Halterungen bis zur Folierung werden viele Arbeiten von unseren Mitgliedern selbst durchgeführt. Unterstützt wurden die Maßnahmen unter anderem durch Spenden der Satfun GmbH, durch Mitglieder unserer Ortsgruppe sowie durch Eigenmittel.
So wird aus einem inzwischen über 20 Jahre alten Fahrzeug Schritt für Schritt ein auf unsere Bedürfnisse zugeschnittener Mannschaftstransportwagen für den Wasserrettungsdienst.
Noch nicht fertig
Die Weiterentwicklung unseres MTW ist noch nicht abgeschlossen. Weitere Anpassungen und Verbesserungen werden nach und nach umgesetzt, um das Fahrzeug auch künftig zuverlässig und zweckmäßig im Einsatzdienst nutzen zu können.
