Chronik der Ortsgruppe

Mit einer kleinen Gruppe „Wasserbegeisterter“ gründete Gustav Kounovsky im Jahr 1963 die Wasserwacht-Ortsgruppe Weißenbrunn, die er bis 1977 im Vorstand leitete. Dabei folgte er stets seiner Idee, Weißenbrunn zu einem „Dorf der Schwimmer“ zu machen.

Mit der Gründung der eigenen Ortsgruppe übernahmen fortan Weißenbrunner Wasserwachtler den Wachdienst am örtlichen Bad, nachdem diese Aufgabe zuvor von den Wasserwachten aus Altdorf und Burgthann übernommen worden war. Neben der Badeaufsicht und der Schwimmausbildung engagierten sich die Mitglieder über viele Jahre auch bei der Pflege und Weiterentwicklung des Bades und investierten hierfür zahlreiche ehrenamtliche Arbeitsstunden.

Über viele Jahrzehnte prägten insbesondere der Wachdienst im Naturbad, die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung sowie Sanitätsdienste bei örtlichen Veranstaltungen die Arbeit unserer Ortsgruppe.

Die Ortsgruppe in jüngerer Zeit

Auch Ende der 2010er-Jahre bildete der Wachdienst im Naturbad weiterhin einen wesentlichen Schwerpunkt. Im Jahr 2019 wurden beispielsweise 650 Wachstunden und 30 Erste-Hilfe-Leistungen erbracht. Insgesamt 28 Mitglieder aus den Ortsgruppen Weißenbrunn und Schwaig beteiligten sich am Wachdienst. Darüber hinaus übernahm die Wasserwacht zahlreiche Sanitätsdienste bei Veranstaltungen in Weißenbrunn und der Gemeinde Leinburg.

Der klassische Wasserrettungs-Einsatzdienst spielte zu diesem Zeitpunkt dagegen kaum noch eine Rolle. Eine eigene aktive Schnelleinsatzgruppe oder aktive Rettungstaucher gab es in Weißenbrunn nicht mehr. Nicht mehr benötigte Tauchausrüstung wurde daher anderen Ortsgruppen angeboten.

2019 begann zugleich die moderne Öffentlichkeitsarbeit der Ortsgruppe. Mit dem Aufbau einer gemeinsamen Internetplattform des BRK-Kreisverbandes Nürnberger Land erhielt auch die Wasserwacht Weißenbrunn eine eigene Website. Diese wurde zum 1. Juni 2019 veröffentlicht. Wenig später kamen eigene Funktions-E-Mail-Adressen für die Vorstandschaft hinzu.

2020 – ein Jahr des Stillstands

Das Jahr 2020 war von außergewöhnlichen Umständen geprägt. Aufgrund der Corona-Pandemie kamen Wachdienst, Sanitätsdienste und große Teile des Trainings nahezu vollständig zum Erliegen.

Gemeinsam mit der Gemeinde und dem Förderverein wurde zunächst intensiv an einem Hygiene- und Sicherheitskonzept gearbeitet, um einen Badebetrieb unter Pandemiebedingungen dennoch zu ermöglichen. Noch bevor dieses umgesetzt werden konnte, musste die gesamte Badesaison jedoch aus einem anderen Grund abgesagt werden: Bei Baumkontrollen wurde an mehreren Erlen Wurzelfäule festgestellt, sodass eine Gefährdung der Badegäste nicht ausgeschlossen werden konnte. Das Bad blieb deshalb 2020 vollständig geschlossen.

2021 – Neustart nach der Pandemie

2021 konnte der Wachdienst schließlich wieder aufgenommen werden. Vom 3. Juli bis zum 11. September wurden 335 Wachstunden sowie zehn Erste-Hilfe-Leistungen erbracht. 26 Einsatzkräfte aus Weißenbrunn und Schwaig beteiligten sich an der Saison. Auch die Schwimmausbildung konnte wieder beginnen: In zwei Schwimmkursen erwarben insgesamt 15 Kinder ihr Seepferdchen.

Gleichzeitig begann sich die Ortsgruppe wieder stärker mit dem eigentlichen Wasserrettungsdienst auseinanderzusetzen. Der vorhandene Mannschaftstransportwagen wurde instand gehalten, und erste Überlegungen zur Modernisierung des Fahrzeugs und zur Ergänzung der vorhandenen Wasserrettungsausrüstung wurden angestellt. Zur Orientierung besuchten Mitglieder unter anderem die Fahrzeugweihe eines neuen Gerätewagens Wasserrettung mit SEG-Anhänger der Ortsgruppe Hersbruck.

In den folgenden Jahren wurde die Beteiligung unserer Ortsgruppe am Einsatzdienst der Kreiswasserwacht schrittweise wieder aufgebaut. Durch zusätzliche Ausbildungen, die Teilnahme an Übungen und die Qualifizierung weiterer Mitglieder konnte Weißenbrunn zunehmend wieder personell in die Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung des Landkreises Nürnberger Land eingebunden werden.

Rückkehr in den aktiven Einsatzdienst

Spätestens ab 2024 war diese Entwicklung deutlich sichtbar. Neben dem regulären Wachdienst im Naturbad beteiligten sich Mitglieder wieder regelmäßig an Einsätzen und Übungen der Kreiswasserwacht.

2024 wurde die Ortsgruppe unter anderem zu einer Vermisstensuche am Jägersee alarmiert. Hinzu kamen mehrere weitere Alarmierungen sowie ein Helfer-vor-Ort-Einsatz zu einer Reanimation während des Wachdienstes. Gemeinsam mit anderen Ortsgruppen wurden insbesondere die Bereiche Fließwasserrettung und Seiltechnik trainiert. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe Feucht verstärkt, da beide Einheiten eine besondere Bedeutung für die Wasserrettung im südlichen Landkreis haben.

Parallel entwickelte sich auch die technische Ausstattung weiter. Der Mannschaftstransportwagen wurde modernisiert und für seine Aufgaben im Wasserrettungsdienst vorbereitet. Auch der Wasserrettungsanhänger wurde schrittweise überarbeitet und an die neuen Anforderungen angepasst.

2025 – Ausbau von Mannschaft und Ausstattung

Diese Entwicklung setzte sich 2025 deutlich fort. Während der Wachsaison wurden 435 Wachstunden und 16 Erste-Hilfe-Leistungen erbracht. An sieben Tagen stand die Ortsgruppe während des Wachdienstes zusätzlich als Helfer vor Ort für die Leitstelle zur Verfügung. Insgesamt beteiligten sich 31 Mitglieder aus Weißenbrunn und Schwaig am Wachdienst.

Auch außerhalb des Naturbades war die Ortsgruppe wieder vielfältig aktiv. Neben regulären Wasserrettungseinsätzen und Fehlalarmierungen beteiligten sich Mitglieder an einer Evakuierung nach einem Bombenfund in Nürnberg, an mehreren Helfer-vor-Ort-Einsätzen sowie an Zusatzschichten mit dem Notfallkrankenwagen der Ortsgruppe Röthenbach.

Ein besonderer Schwerpunkt lag weiterhin auf der Ausbildung. Neben Rettungsschwimm- und Schnorchelabzeichen wurden unter anderem neue Sanitäter ausgebildet und zusätzliche Qualifikationen im Digitalfunk, Einsatzführungsdienst sowie in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung erworben.

Auch die Fahrzeuge und Einsatzmittel wurden weiter modernisiert. Der Mannschaftstransportwagen erhielt eine vollständige neue Folierung sowie ein LARDIS-Zielführungssystem mit integrierter Funkbedienung. Der Wasserrettungsanhänger wurde ebenfalls neu foliert und mit einer Lüftung ausgestattet. Für neue aktive Mitglieder wurden Einsatzkleidung und persönliche Schutzausrüstung beschafft.

Durch gemeinsame Übungen mit anderen Ortsgruppen, insbesondere in den Bereichen Fließwasserrettung und Hochwassereinsatz, wurde die Zusammenarbeit innerhalb der Kreiswasserwacht weiter vertieft. Gleichzeitig unterstützte Weißenbrunn die Ortsgruppe Röthenbach personell bei der Besetzung dort stationierter Einsatzmittel.

Tradition und moderner Wasserrettungsdienst

Mehr als sechs Jahrzehnte nach ihrer Gründung ist die Wasserwacht Weißenbrunn weiterhin eng mit ihrem ursprünglichen Auftrag verbunden: Menschen das Schwimmen beizubringen, Gefahren am und im Wasser vorzubeugen und im Notfall Hilfe zu leisten.

Während der Wachdienst im Naturbad und die Schwimmausbildung bis heute zentrale Bestandteile unserer Arbeit sind, hat sich die Ortsgruppe in den vergangenen Jahren zugleich wieder stärker zu einer aktiven Wasserrettungseinheit entwickelt. Regelmäßige Aus- und Fortbildungen, moderne Einsatzmittel und die enge Zusammenarbeit mit den anderen Ortsgruppen der Kreiswasserwacht bilden heute die Grundlage dafür, auch außerhalb des Naturbades bei Wasserrettungs-, Hochwasser- und sonstigen Einsatzlagen helfen zu können.

Hinweis: Diese Chronik befindet sich derzeit noch im Aufbau. Insbesondere zu den früheren Jahrzehnten der Ortsgruppe werden nach und nach weitere Informationen, Bilder und historische Unterlagen ergänzt.