Aktivitäten 1906 bis 1910

Liederbuch der Sanitätskolonne Nürnberg aus dem Jahr 1902

1910 – Marsch- und Exerzierübungen
Am 4. Juli fand um 5:30 Uhr eine Alarmübung statt. Hier wurde als Übungsidee eine Entgleisung eines Eisenbahnzuges angenommen. Nach der telefonischen Alarmierung der Kolonnenführung wurden weitere Sanitäter mittels Radfahrer alarmiert. Bereits nach 20 Minuten waren 38 Sanitäter marschbereit. Nach der Versorgung der 6 Schwer- und 5 Leichtverletzten wurden diese mit den Tragen in die Turnhalle – diente als Notlazarett – transportiert. Am 21. Oktober trat Dr. Assum in die Kolonne ein, der die Ausbildung der Sanitäter nun übernahm. Verstärkt wurde in dieser Zeit auch die Marschausbildung. Hierzu ging es an mehreren Sonntagen zu einem Übungsmarsch bis nach Schnaittach. Bei diesen Übungsmärschen wurde unter anderem auch das Liederbuch der Freiwilligen Sanitäts-Haupt-Kolonne aus Nürnberg eingesetzt.

Stempel der Freiwilligen Sanitätskolonne Röthenbach

1909 – Eintrag ins Vereinsregister
Am 7. Mai 1909 erfolgte die erste Eintragung im Vereinsregister unter dem Bayerischen Landes-Haupt-Verein vom Roten Kreuz, Freiwillige Sanitätskolonne Röthenbach bei Lauf.
Unter der Anwesenheit von Herrn Eugen Conrady und dem Fabrikdirektor Dötsch fand am 27. Juni 1909 auf dem Gelände der Firma Conrady eine Einsatzübung statt. Angenommen wurde eine Kesselexplosion mit 14 Verletzten. Nach der Erstversorgung wurden die Verletzten mit Tragen und auf improvisierten Leiterwagen ins „Conrady-Krankenhaus“ gebracht. Neben den theoretischen Unterrichten fanden verstärkt im Schulhof der Forstersbergschule Exerzierübungen statt. Diese Übungen wie Exerzieren in Marsch und Sektionsabteilungen, Umgang mit Tragen über Hindernisse wurde hier unter anderem durch Herrn Dr. Soldan vom Mittelfränkischen Kreisausschuss inspiziert.

1908-12-13 – Christbaumfeier
Im Zimmermannschen Saal fand die Christbaumfeier der Sanitätskolonne mit einer Gabenverlosung statt. Kolonnenführer Johann Fleischmann konnte zu dieser Veranstaltung nicht nur die zahlreichen Kameradinnen und Kameraden begrüßen. Die Veranstaltung war von der Röthenbacher Einwohnerschaft wie auch von fremden Besuchern sehr gut besucht.

Krankenträger-Ordnung von 1907

1908-10-18 – Beginn des neuen Unterrichtsjahres
Das neue Unterrichtsjahr 1908/1909 begann in dem neuen Übungs- und Unterrichtslokal in der Turnhalle. Es wurden den 12 Neueingetretenen die Lehrbücher, sowie den schon ausgebildeten Sanitätern, die vom Heer entlassen wurden, Röcke, Gürtel und Legitimationskarten verteilt.

1908-08-16 – Einsatzübung mit der Kolonne Lauf
Am Sonntag, früh um 7.00 Uhr fand in Lauf eine gemeinsame Übung der beider Sanitätskolonnen Röthenbach und Lauf statt. Als Übung wurde ein Dammrutsch eines Eisenbahngleises angenommen. 26 Schwerverletzte waren dabei von den Sanitätern zu versorgen. Die Kolonne Röthenbach war für die Erstversorgung (Verbinden der Verwundeten) zuständig, während die Sanitäter der Kolonne Lauf den Transport der Verletzten in das dafür improvisierte Notlazarett durchführten.

1908-08-09 – Einsatzübung
Es erfolgte in der Früh des Sonntags eine größere Übung. In der Nähe des Bahnhofes wurde als Übungsidee ein Eisenbahnunglück angenommen. Die Verwundeten wurden vor Ort verbunden und mit dem improvisierten Leiterwagen in die Turnhalle (Forsterberg) verbracht, welches als Notlazarett diente. Nach der Übung fand beim Beirat und Gastwirt Konrad Zimmermann ein Führersitzung statt. Neben den Besprechungspunkten:
– Anschaffung eines neuen Wagens
– Anschaffung eines neuen Schrankes für das Material
– Durchführung einer gemeinsamen Übung mit der Kolonne Lauf
konnte Kolonnenführer Zimmermann die Bezuschussung in Höhe von 500 Mark durch den königlichen Kommerzienrat Friedrich Conradty bekannt geben.

1908-05-30 – Teilnahme an Veranstaltungen
Die Sanitätskolonne nimmt an der Fahnenweihe des evangelischen Arbeitervereins in Röthenbach teil, wie auch an der Kirchenparade, die der Röthenbacher Militärverein abhielt.

Verbandstaschen für die Sanitäter

1908-04-24 – Neue Verbandstaschen
An dem Unterrichtsabend verteilte Dr. Hundertpfund einige neue Verbandstaschen und Verbandskästen an die Mitglieder. Mit 20 Mann war auch dieser Unterrichtsabend gut besucht.


1908-04-10 – Praktischer Ausbildung
Kolonnenführer Fleischmann erklärte an dem Unterrichtsabend, da Kolonnenarzt Dr. Hundertpfund verhindert ist, die unterschiedlichen Verbände. Zu Beginn zeigte er als erstes einen Verband bei einem Unterarmbruch. Einer nach dem anderen musste nun den Verband, unter den kritischen Augen des Kolonnenführers üben. Zuerst die Neueingetretenen und dann auch die ältere Mannschaft. Der Unterrichtsabend war mit 30 Mann sehr gut besucht.

Räderrolltrage oder Handmarie

1908-04-01 – Übung und Anschaffungen in der Kolonne
Im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Unterrichtsabende in der Turnhalle, fanden auch immer wieder Arztvorträge durch den Kolonnenarzt, Dr. Hundertpfund statt. Unter anderem auch ein Thema über häusliche Hygiene und gesunder Ernährung. Da die Röthenbacher Sanitäter immer öfters zu Einsätzen gerufen werden, entschied die Kolonnenführung, ab 1. April einen regelmäßig besetzten Dienstplan aufzustellen. Hier hatten immer zwei Sanitäter und ein Führer von 11:00 Uhr bis in die Nacht den Dienst zu verrichten. Hierzu wurden auch neue Sanitätstaschen Angeschafft und an die Sanitäter ausgegeben. Ebenfalls wurde zur Erleichterung beim Transport die Anschaffung einer „Handmarie“ besprochen.

Sektionsführer Anton Übler

1908-02-14 – Wechsel in der Kolonnenführung
Zur der um 19:30 Uhr abgehaltenen Führersitzung begrüßte Kolonnenführer Johann Fleischmann, Kolonnenführer Stellvertreter Hans Meisel, Zugführer Johann Hupfer, Zugführerstellvertreter Georg Weber und die beiden Sektionsführer Konrad Zimmermann und Anton Übler. Kolonnenführer Fleischmann gab bekannt, dass Stellv. Kolonenführer Hans Meisel seinen Austritt ab 29. Februar 1908 aus der Kolonne erklärte, infolge seines Wegzuges aus Röthenbach. Dieser legt auch gleichzeitig seine Stelle als Stellvertreter, wie auch als Schriftführer und Kassier nieder. Nach kurzer Beratung kam Herr Friedrich Huber (Bader) in Betracht. Kolonnenführer Johann Fleischmann ließ Herrn Huber rufen, legte im klar, dass die Wahl eines Kolonnenführer Stellvertreters auf seine Person gefallen ist und forderte Ihn auf, dass Amt zu übernehmen. Herr Huber nahm die Wahl eines Kolonnenführers Stellv. danken an.
Besprochen wurde auch während der Sommermonate den regelmäßigen Sonntagsdienst einzuführen, worüber aber noch weitere Verhandlungen zu führen sind.

Ausschnitt aus der Krankenträgerordnung

1907-10-25 – Neue Krankenträgerordnung
Das Kriegsministerium von Bayern verabschiedete eine Neuausgabe der Krankenträgerordnung, nach der Freigabe durch seine Königliche Hoheit, Prinz Luitpold des Königreichs Bayern, eine überarbeitete Version der Krankenträgerordnung. Anhand dieser Neuausgabe fanden nun auch bei der Sanitätskolonne die weiteren Unterrichte statt, die durch den Kolonnenarzt Dr. Hundertpfund durchgeführt wurden.

Protokollbuch und Auszug aus dem Samariterbüchlein

1907-10-04 – Unterricht durch Kolonnenarzt Dr. Hundertpfund
Am 4. Oktober begann das neue Unterrichtsjahr der Sanitätskolonne im Nebenraum der Gaststätte von Bürgermeister und Beirat Konrad Zimmermann. Viele der Unterrichtsabende wurden durch den Kolonnenarzt Dr. Hundertpfund durchgeführt. Diese durchgeführten Unterrichte wurde alle im Unterrichtsbuch der Sanitätskolonne dokumentiert. Für die Ausbildung standen der Sanitätskolonne auch das „Samariterbüchlein“ für jeden Rotkreuzmann zur Verfügung. Neben den Übungen mit Verbandsmaterialien stand durch den Kolonnenarzt auch das Thema Körperlehre im Vordergrund. Neben den Unterrichtsabenden fanden auch gemeinsame Treffen mit der Sanitätskolonne Lauf und der Hauptkolonne Nürnberg statt.

1907-05-04 – Führersitzung
An der Führersitzung in der Gaststätte Zimmermann, die auch als Versammlungslokal dient, wurde beschlossen, Uniformröcke und Leibgurte für die Sanitäter anzuschaffen. Auch an dem Führer- und Ärztetag, der diesmal in Hersbruck stattfindet, wird man sich beteiligen.

Karteikarte von Hans Ringel

1906-09-30 – Die Kolonne hat 50 Mitglieder
Die Anzahl der Mitglieder ist im September bereits auf 50 Kameraden angewachsen. So war unter den Neueintritten Konrad Ringel und Hans Schneider. Nach seinem Umzug nach Röthenbach ist Hans Ringel von der Kolonnen Burgfarnbach in die Sanitätskolonne Röthenbach übergetreten.

Satzung und Aufnahmeurkunde von Georg Weber

1906-08-31 Aufnahme von Mitgliedern
Nach der Gründung der Sanitätskolonne erfolgte ab dem 31. August 1906 die Aufnahme von Mitgliedern. Zu einem der ersten Mitglieder zählte auch Georg Weber (Lokomotivführer), aus Röthenbach. Alle neuen Mitglieder erhielten mit ihrem Eintritt die Satzung für die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Röthenbach, wie auch die Aufnahme-Urkunde. An der Versammlung wurde beschlossen, im Oktober mit dem Unterricht zu beginnen. Diesen wird Dr. Hundertpfund durchführen.

Ausschnitt aus dem Gründungsprotokoll

1906-07-06 – Gründung der Sanitätskolonne
In der Röthenbacher Gastwirtschaft „Zimmermann“ in der Bahnhofsstraße fand unter der von Hr. Dr. Merkl und Hr. Dr. Soldan vom Mittelfränkischen Kreisausschuss die Gründungsversammlung zur Sanitätskolonne Röthenbach statt. Die anwesenden 35 Männer wählten hier den Vorarbeiter Johann Fleischmann zum Kolonnenführer. Als Beiräte werden der Sanitätskolonne
Theodor Rosenthal (Fabrikbesitzer),
Konrad Zimmermann (Gastwirt),
Konrad Trunk (Lehrer) und
Adam Trendel  (Werkmeister)
zur Seite stehen.